Zypern Montag den 4. Mai 2009

Reisebericht östliches Mittelmeer
 
Zypern Montag den 4. Mai 2009
 
Heute lassen wir es gemütlich angehen. Unser Ausflug ist erst für nachmittags 13 Uhr  30 angesetzt. Nach dem Frühstück setzen wir uns auf die Stufen am Sonnendeck und schauen dem bunten Treiben zu. Dann stoßen wir durch Zufall auf ein breites Ledersofa im Wartebereich für die Body & Soul-Abteilung. Während Hermann aus dem Fenster schaut , schreibe ich in mein Seetagebuch. Plötzlich bemerkt Hermann: Wir legen an! Ich stecke mein Büchlein weg. Das will ich mir auch ansehen. Am vorderen und am hinteren Ende der AIDA sehe ich je ein Motoboot, das durch ein Seil mit dem Clubschiff verbunden zu sein scheint. Die  Boote fahren hin und her. Aufmerksam verfolgen wir die Manöver. Gegenüber sehen wir einen Hafendamm, an dem ein Containerschiff beladen wird. Auch ein paar andere kleine Schiffe haben dort angelegt. Dazwischen klafft eine riesige Lücke. Das ist bestimmt der für die AIDA vorgesehene Platz. Eine ganze Zeitlang warten wir darauf, wie die AIDA in diese Lücke hineinmanövriert wird. Teilweise  sind wir uns gar nicht mehr so sicher, ob sich das Schiff überhaupt noch von der Stelle bewegt. Blamabel nach etwa einer halben Stunde bemerken wir, dass die AIDA längst angelegt hat auf der anderen  Seite. Naja, wir sind eben richtige Landeier!

In Limasol , der zweitgrößten Stadt Zyperns, gehen wir an Land. Die einstündige Busfahrt führt uns nach Paphos um die Königsgräber zu besichtigen und die einzigartigen Fußbodenmosaiken im Haus des Dionysos. Hier sieht es landschaftlich unvergleichlich besser aus  als gestern in Ägypten. Vom Busfenster aus sehen wir Felder mit Citrusbäumen und Weinstöcken.  Von den steinigen Hügeln, wo früher das Kupfer abgebaut wurde, leuchten gelbe Ginsterbüsche. Auf der Rückfahrt nach Limasol erzählt uns die Reiseleiterin folgenden Witz: Eine Frau kommt in den Himmel und bittet Petrus, sie doch mit ihrem Mann zusammenzubringen, der kurz zuvor gestorben war. Sie hätte sich so gut mit ihm verstanden und er wäre so ein guter Mann gewesen.  Na, denkt sich Petrus, wenn der Mann wirklich so ideal war, wie beschrieben, dann finde ich ihn sicher unter den Heiligen. Aber seine Suche bleibt trotz aller Bemühungen erfolglos. Also kehrer zu der Frau zurück und bittet sie noch um nähere Auskünfte.  Leider konnte ich Ihren Mann nicht finden. Jetzt sagen Sie mir doch einmal, wie lange Sie verheiratet waren. 35 Jahre antwortet die Frau. Na dann ist alles klar in dem Fall muss ich bei den Märtyrern suchen.
Da es schon relativ spät ist, als wir wieder auf dem Schiff ankommen, machen wir uns gleich auf den Weg zum Restaurant. Wir kommen mit einem Paar in unserem Alter ins Gespräch und verstehen uns ganz gut mit ihnen. Aber während ich bis jetzt kaum bemerkt habe, dass ich mich auf einem Schiff befinde, macht mir heute das Schaukeln immer mehr zu schaffen. Als mir schon ziemlich übel ist, tausche ich mit Hermann den Sitzplatz, in der Hoffnung, dass es besser wird, wenn ich in einer anderen Richtung  sitze. Dann halte ich es nicht mehr aus und will raus an die frische Luft. Doch dazu muss ich noch 1 bis 2 Stockwerke höher. Auf der Treppe merke ich , dass es mit jeder Stufe schlimmer wird. Ich kehre um und teile Hermann mit, dass ich mich in der Kabine hinlege und, falls es besser wird, mich mit ihm im Theatrium  treffe, wo wir die Show Born to be wild mit Rocksongs aus den 70er und 80er Jahren anschauen wollen. In der Kabine lege ich mich auf`s Bett. Aber es nutzt nichts; also ab ins Bad. Nachdem ich mehrmals den Ulrich gerufen habe, drücke ich die Spültaste und das Vakuum-Klo verschluckt mein halbverdautes Abendessen wie ein gieriger Riese. Jetzt mache ich mich bettfertig und lege mich hin. Zusammengekauert, in Seitenlage ist es einigermaßen erträglich. Ich bin fertig mit der Welt. Nie mehr eine Reise mit dem Schiff, schwöre ich mir. Hermann schaut kurz vorbei und meint , ich solle mitkommen ins  Theatrium. Aber ich will nur meine Ruhe und schicke ihn wieder weg. Außerdem bin ich sauer; hatte er nicht erst vor ein paar Stunden gesagt, einmal möchte er schon erleben, dass das Schiff etwas mehr schaukelt?  Und nun ist es so weit und er merkt nichts! Ich aber darf das Ganze ausbaden! Das ist doch ungerecht! Auch  eine gewisse Schadenfreude  traue ich ihm zu schließlich esse ich ja das Falsche und viel zu viel seiner Meinung nach. Mit finsteren Rachegedanken falle ich irgendwann in einen unruhigen Schlaf.
 

Zypern östlisches Mittelmeer Kreuzfahrt mit AIDA

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