Rund ums westliches Mittelmeer

1. Seetag Anreise Tunis, Montag, 9. Mai 2011

Kurz nach 8 Uhr wache ich auf. Da wir eine Innenkabine gebucht haben und somit keinerlei Tageslicht abkriegen, geht mir das Zeitgefühl total verloren.
Nun dürfen Sie dreimal raten, was mein Mann beim Frühstück im Marktrestaurant zu sich nimmt. Richtig: Semmeln Käse Ananas und natürlich Kaffee. Ich lasse mir ein Müsli aus Feigen, getrockneten Zwetschgen, Haferflocken und Joghurt und zwei Scheibchen Weißbrot mit Käse schmecken. Aber auch ich brauche meinen Kaffee dazu, um überhaupt in die Gänge zu kommen.
Wir sitzen bei einem Ehepaar aus Berlin am Tisch und unterhalten uns ganz gut mit den beiden. Mein Ehemann muß natürlich im Gespräch anbringen, dass wir nun schon 32 Jahre verheiratet sind. Mit Beifall heischendem Blick oder ist es doch eher ein mitleidheischender Blick wartet er auf die Reaktion der Berliner. Die fällt aber anders aus als erwartet. Die Frau erzählt, dass sie vor zwei oder drei Jahren ihr 50-jähriges Ehejubiläum begangen haben. Und dass sie es sehr zu schätzen wissen, dass sie einander haben.
Das mit dem 32-jährigen Ehejoch bringt mein Mann in den kommenden Tagen noch ein paarmal ins Gespräch mit wechselnden Gesprächspartnern. Das nächste Ehepaar bei dem er mit seinem Leid punkten will, hat vergangenes Jahr sein 50-jähriges gefeiert und das dritte Ehepaar will sein 50-jähriges bei dieser Reise auf der AIDA-bella begehen. Nun gibt er es auf, mit seinen bzw. unseren läppischen 32 Jahren weiter anzugeben.
Nach dem Frühstück findet um 10 Uhr 20 die Seenotrettungsübung, eine Pflichtübung für alle Gäste und die Besatzungsmitglieder, auf Deck 5 statt. Der Seetag plätschert so dahin. Wir halten uns, wie viele andere Gäste, auf dem Sonnendeck auf. Dort sitzen oder liegen die Leute auf den terrassenförmig angelegten Treppen und genießen die Sonne. Der Platz, der gestern Abend als Tanzfläche diente, ist dicht mit gelben Sonnenliegen belagert und in dem kleinen Pool zwischen den Holzstufen plantschen einige kleine Kinder.

Bilder-Auktion von namhaften Künstlern
Da Hermanns Nackenschmerzen nicht nachgelassen haben, stattet er dem Schiffsarzt nun doch einen Besuch ab und kommt mit einer Salbe wieder zurück. Auch entzündungshemmende Spritzen und eine Infra-Rotlicht-Bestrahlung hat er bekommen und die Aufforderung, am nächsten Tag wiederzukommen, falls es nicht wesentlich besser ist.
Nach dem Abendessen sehen wir uns noch die halsbrecherischen Darbietungen von zwei Variete-Künstlerinnen an, verfolgen die Vorstellung des Kapitäns und seiner Offiziere und lassen uns anschließend vom Show-Ensemble begeistern, mit unvergessene Hits der Beatles zum Besten geben.

Nicht allzu spät suchen wir unsere Kabine auf. Morgen geht es nach Tunis. Und Hermann muss eventuell vorher noch zum Arzt.

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